Geburtstag in Tansania und Reise zum Kilimandscharo

16April2018

Angefangen mit dem Besuch zweier anderer Freiwilligen bei uns zu Hause in der Einsatzstelle, machten wir uns am 27. März auf den Weg nach Moshi. Von dieser Stadt aus, hat man in manchen Jahreszeiten und mit viel Glück den besten Blick auf den Kilimandscharo.Wir hatten dieses Glück leider nur an einem Abend und konnten nur die Spitze unter einer Wolkendecke hervorluken sehren. Anlässlich meines 19. Geburtstages kam dann auch noch eine andere Freiwillige aus Dodoma dazu. Am Abend des 27. März verbrachten wir die Zeit damit die Stadt etwas zu erkunden und ließen uns am Abend in einer Pizzeria nieder. Moshi wirkte auf uns im Gegensatz zu anderen tansanischen Städten super aufgeräumt, entspannt und geordnet. Dies fing bei richtigen eschäften an, die wir schon gar nicht mehr gewohnt waren, bis hin zu sauber sortierten Früchten auf dem großen Obstmarkt und der Reihe und Größe hingestellten Schuhe und Socken am Straßenrand. Nebenbei waren die Früchte dort riesig, Avocados so groß wie Fußbälle und Wassermelonen größer als ein Medizinball. Als wir eine Verkäuferin fragten, wieso dies so sei, war sie erst ganz erstaunt, weil die Größe der Früchte für sie ganz normal ist, sagte dann jedoch, dass dies an der fruchtbaren Erde des Kilimandscharos läge.

 Also ließen wir den Abend zu fünft in der Pizzeria bei guten Gesprächen und einer richtig leckeren Pizza, die wir alle schon ewig nicht mehr hatten, ausklingen. Unser Hostel besaß zudem eine Dachterasse von der man einen guten Blick auf die Straßen Moshis erhaschen konnte. Also verlegten wir unseren Standort dorthin und redeten weiter. Kurz vor 0 Uhr gingen Stella und Silvie dann weg und kehrten mit einem Kuchen, sogar mit Geburtstagskerze und einer Flasche Wein zurück. Begleitet wurde das alles von einem deutschen Geburtstagslied und lieben Wünschen. Es war eine echte Überraschung für mich, weil ich gar nicht mitbekommen habe, wie sie den Kuchen und den Wein gekauft haben. Also saßen wir noch eine Weile auf der Dachterasse, aßen Kuchen und tranken Wein.

Am nächsten Tag, der Geburtstagsmorgen, schliefen wir etwas länger als wir es aus den Einsatzstellen gewöhnt sind und begannen  den Tag mit einem Frühstück auf der Dachterasse. Nebenbei erreichten mich ganz viele liebe Nachrichten, Anrufe, Videos und sogar Lieder aus der Heimat, über die ich mich sehr gefreut habe. Im Anschluss wollten wir uns auf den Weg machen um die Stadt etwas zu erkunden. Also spazierten wir eine Weile herum, besuchten einen kleinen Masaimarkt und trafen uns dann auf einen Kaffee und Kuchen mit den drei Jungs, die ihre Einsatzstelle in der Nähe von Moshi haben. Das war auch eine echte Überraschung und es hat mich sehr gefreut die Drei nach längerer Zeit wiederzusehen. Im Laufe des Tages kauften Silvie und ich uns noch einen für Moshi typischen Batikstoff und ließen uns quasi per Express ein Kleid schneidern, was netterweise abends im Hotel abgeliefert wurde. Den Abend ließen wir dann in einem chinesischen Restaurant und wieder auf der Dachterasse ausklingen. Es war wirklich ein sehr schöner und besonderer Geburtstag, den ich nicht so schnell vergessen werde.

Die Feier zu Hause in der Einsatzstelle mit den Brüdern und den hier lebenden Menschen holten wir dieses Wochenende nach. Da auch Brother Venance in der Fastenzeit Geburtstag hatte und während der Fastenzeit nicht gefeiert und kein Alkohol getrunken werden darf, warteten wir noch ein bisschen.

!!!: In Tansania haben 90% der Menschen keine Geburtsurkunde und wissen demnach auch ihren Geburtstag meist nicht. Dementsprechend sind Geburtstage bei den meisten Tansaniern komplett irrelevant und werden auch wenn sie bekannt sind vergessen und schon gar nicht gefeiert.

Den Abend zuvor verbrachte Stella etliche Stunden in der Küche um einen Kuchen zu backen und am Freitag kamen dann als Überraschung noch Cedric und Paul vorbei, die ihre Einsatzstelle in Karatu haben. Die Köche verbrachten den ganzen Tag damit ein Festmahl zuzubereiten. Es gab Pilau (Gewürzreis), Pommes, Hähnchenfleisch, Salat und Soßen. Außerdem Soda, Bier und Wein zum Abwinken, was die Brüder selbst auch sehr gefreut hat. Eine Sache die mich besonders gefreut hat war, dass die Köche und der Fahrer auch mit uns zusammen gegessen haben, was normalerweise nicht der Fall ist. Die Stimmung war super gut und ausgelassen. Brother Aldo fing an eine Rede zu halten und dann wurde zusammen angestoßen. Nach dem Essen wurden der Kuchen von Stella und auch noch ein weiterer Kuchen von den Brüdern und der Küche hereingetanzt. Die Kuchen waren mit Kerzen und Blumen verziert und Brother Venance und ich schnitten sie zusammen an. Danach musste natürlich wieder das tansanische „Kuchenfütterungsritual“ durchgeführt werden, das wir schon von der Hochzeit kannten. Dabei wird der Kuchen in winzig kleine Stücke geschnitten, mit einem Zahnstocher aufgepiekst und in den Mund der gegenüberliegenden Person geschoben. In dem Fall mussten Brother Venance, Stella und ich dran glauben. Nach dem Kuchen essen hielten noch Florian der Koch, Simiko der neue Fahrer, Cedric und Paul, Stella, Brother Elia, Brother Venance und Brother Aldo eine Rede. Das war richtig schön, weil vor allem die Worte von den Brüdern super berührend waren und es einfach schön war zu hören, dass sie dankbar für uns sind, uns lieben und schon Angst vor dem Tag haben, an dem wir Abschied nehmen. Im Anschluss wurde von den Köchen, dem Fahrer und Elisiana, der Haushälterin ein Geschenk hereingetanzt. Die war in glitzernder Folie eingepackt und beinhaltete eine wunderschöne Masaishuka. Auch Stella bekam eine, da ihr Geburtstag genau an dem Tag ist, an dem wir abreisen.

Nachdem die meisten gegangen sind, weil es schon spät war und sie teilweise sehr lange Wege hinter sich legen mussten, ließen wir den Abend noch schön ausklingen. Es war ein wunderschöner Abend und einfach toll, wie viel Mühe sich alle gegeben haben. Diese Feier hat mir noch einmal gezeigt wie sehr ich mich an alles hier schon gewöhnt habe und wie sehr ich die Einsatzstelle, die Brüder, die Köche, die Fahrer und einfach alle vermissen werde.